Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 25.02.2022 - 01.03.2022
GENDER PAY GAP kommt uns nicht in die Tüte!

DGB Bochum: Darauf müssen wir uns verlassen können!

GENDER PAY GAP kommt uns nicht in die Tüte!

Am heutigen Freitag (25.02.2022) besuchte der DGB Bochum den Europaabgeordneten Dennis Radtke anlässlich der bevorstehenden Abstimmung zur Entgelttransparenz-Richtlinie in den zuständigen Ausschüssen des Europäischen Parlaments und forderte ihn zur Unterstützung einer ambitionierten EU-Entgelttransparenz-Richtlinie auf.

Rebecca Sirsch übergibt Dennis Radtke die ‚Lohntüte‘ und weist darauf hin, „dass die Abstimmung ein wichtiges Signal für eine gerechte Beschäftigungspolitik in Europa ist. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit darf nicht vom individuellen Engagement abhängen, sondern muss ein zentraler Grundstein europäischen Arbeitsrechtes sein. Wir als Frauen müssen uns darauf verlassen können!“

In der ‚Lohntüte‘ befinden sich außerdem drei Forderungen zur Kompromissfindung des Frauen- und Beschäftigungsausschuss des Europäischen Parlaments und zur Abstimmung der Positionierung im Parlament bzgl. der vorgeschlagenen Entgelttransparenzrichtlinie:

1. Der DGB fordert, dass Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe und Rechtsform eine Berichterstattung über das Lohngefälle vorlegen müssen.

Die Berichtspflicht sollte verbindlich sein und kann nach Unternehmensgröße wie folgt gestaffelt werden: jährlich in Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten, alle zwei Jahre in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten, alle drei Jahre in Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten. Der durch den aktuellen Entwurf vorgegebene Geltungsbereich der Richtlinie schließt 67 % der Beschäftigten in der EU aus, da sie in Unternehmen mit unter 250 Beschäftigten arbeiten. Auch der in einigen Änderungsvorschlägen eingebrachte Schwellenwert von Unternehmen ab 50 Beschäftigten würde 50 Prozent der beschäftigten Frauen in Europa ausschließen ist und ist damit nicht akzeptabel. Entgelttransparenz ist kein Privileg. Die vorgeschlagene Einschränkung in der Unternehmensgröße geht somit an der Zielsetzung der Richtlinie vorbei und sollte aufgehoben werden.

2. Der DGB fordert, dass die Kriterien für die Berichtspflicht tarifgebundener Unternehmen nicht eingeschränkt werden, da dies nicht zu einer aussagekräftigen Bewertung führt.

Bei Vorlage eines entsprechenden Entgelt-Tarifvertrages können die Berichtspflichten tarifgebundener Unternehmen jedoch unabhängig von der Größe des Unternehmens auf alle drei Jahre reduziert werden. Denn Tarifverträge heben gerade am unteren Ende der Lohnverteilung das Einkommen und verringern das geschlechtsspezifische Lohngefälle deutlich. Wo Tarifverträge gelten, ist die Entgeltlücke durchschnittlich um 10 Prozent geringer und Frauen verdienen mehr im Vergleich zu Frauen in nicht tarifgebundenen Unternehmen: Ihr Bruttostundenlohn liegt dort im Schnitt fast ein Viertel höher. (WSI, 2019). Hier muss die korrekte betriebliche Anwendung des Tarifvertrages Gegenstand der Berichtspflicht werden.

3. Der DGB fordert, dass Instrumente und Methoden zur geschlechtsneutralen Arbeitsplatzbewertung und beruflichen Einstufung zertifiziert werden.

Es sollte der Begriff „zertifiziert“ verwendet werden, um klarzustellen, dass es sich um verbindliche Instrumente und Maßnahmen entsprechend der Anforderungen der EU-Entgelttransparenzrichtlinie handelt. Die EU sollte wissenschaftlich fundierte Instrumente und Methoden zertifizieren, die für alle Entgelt-Regelungen EU-weit gelten. Auf dieser Grundlage erhalten Beschäftigte, die gleiche oder gleichwertige Arbeit verrichten, ein vergleichbares Entgelt.

 


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