Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11.11.2020 - 12.11.2020
DGB-Studie:

Niedriglohnrisiko in Herne höher als im NRW Durchschnitt

Der DGB veröffentlicht mit dem Niedriglohnreport eine umfassende Bestandsaufnahme zum Niedriglohnsektor.

Dazu erklärt Eric Lobach, Vorsitzender des DGB Herne:

„Unser Niedriglohnreport macht deutlich: Die Lage vieler Beschäftigter ist dramatisch – und es besteht dringender Handlungsbedarf. Das Risiko, zu Niedriglöhnen, also unter 11,21€ die Stunde, zu arbeiten, ist in Herne mittlerweile höher als im NRW Vergleich. 2018 waren in NRW 17,1% der Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnsektor tätig, in Herne waren es sogar 17,4%.“

Der DGB Herne weist darauf hin, dass auch wenn das Niedriglohnrisiko stark durch die jeweilige Branche geprägt ist, auffällt, dass insbesondere Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund ein höheres Niedriglohnrisiko haben. Auch Geringqualifizierte sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Das zeigt, wie wichtig eine gute berufliche Qualifizierung ist.

Jetzt muss dringend gegengesteuert werden – und das effektivste Mittel dafür sind Tarifverträge. Sie haben über alle Branchen hinweg einen großen Einfluss, wie die DGB Studie zeigt: 2018 hatten in NRW 31 Prozent der Beschäftigten ohne Tarifvertrag einen Niedriglohn – gegenüber nur elf Prozent der Beschäftigten mit Tarifvertrag.

„Um die Tarifbindung zu verbessern, muss auch die Vergabe öffentlicher Aufträge als Hebel genutzt werden. Es ist nicht zu tolerieren, dass die öffentliche Hand Aufträge an Unternehmen vergibt, die keine Tarifverträge anwenden“ so Lobach.

Um Niedriglöhne und die damit einhergehende Altersarmut zu verhindern und Existenzen zu schützen, fordert der DGB Herne ferner die Anerkennung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. „Das ist für uns ein adäquates Mittel um Tarifbindung in einzelnen Branchen anzuheben und Arbeitsbedingungen sowie das Lohnniveau dauerhaft zu verbessern. Der Preiskampf darf nicht weiter über den Gehaltszettel der Beschäftigten geführt werden.“

Den Niedriglohnreport können Sie hier downloaden: https://nrw.dgb.de/-/vuf

 

 


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