Deutscher Gewerkschaftsbund

19.07.2019
Lesung zum Antikriegstag im Märkischen Kreis

"Warum ich Nazi wurde"

Plakat

DGB/Björn Nonnweiler

Mittwoch, 28. August, 18:00 Uhr
Studio der Stadtbücherei
Graf-Engelbert-Platz 6, 58511 Lüdenscheid

Über eine kurze Anmeldung an clemens.bien@dgb.de freue ich mich. 

 


 
WARUM ICH NAZI WURDE
Musikalische Lesung mit Sven Söhnchen

Im Herbst 2018 erschien im Berlin-Story-Verlag das Buch „Warum ich Nazi wurde“ mit den Biografien früherer Nationalsozialisten. Über 600 Menschen folgten 1934 einem Preisausschreiben des amerikanischen Professors Theodore Abel und fixierten schriftlich ihre Gründe, welche sie damals veranlasst hatten, sich den Nazis anzuschließen. Abel wollte wissen, wer diese Menschen sind und wie die Hitler-Bewegung in ihr Bewusstsein trat. In diesem Buch geht es um die große Menge kleiner Nazis. Die Sammlung  ist die wertvollste Primärquelle zur Frage, warum Menschen zu Nazis wurden und was zu ihrer Radikalisierung beitrug.


Der Journalist Wieland Giebel hat die Schreiben aufbereitet und zu einer Zeit veröffentlicht, in der weltweit erneut zunehmend der Wunsch nach einer starken Führung, einem Führer, zu verzeichnen ist. Die Vorstellungen der Menschen in der damaligen Zeit zeigen Verbindungen zur heutigen Zeit auf. Als Herausgeber des Buches hat Giebel sein Einverständnis für Lesungen in der heimischen Region durch den Hagener Sven Söhnchen gegeben. Dieser präsentiert nunmehr Auszüge aus der Sammlung auf Einladung des DGB in Lüdenscheid. Musikalisch begleitet wird Sven Söhnchen bei der Lesung von dem Hagener Gitarristen und Liedermacher Björn Nonnweiler.

„Es gibt Zeiten, in denen findet man nicht die richtigen Worte. Seit fast 25 Jahren bin ich in der (Hagener Kommunal-) Politik aktiv und die Entwicklungen in der Gesellschaft (nicht nur in Deutschland) machen auch mich zunehmend sprachlos. Dennoch möchte ich mir nie den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass ich geschwiegen und Zeitzeichen nicht richtig bewertet hätte.“, so der Sozialdemokrat.
Als passionierter Vorleser hat Söhnchen bereits einige Lesungen durchgeführt (u.a. zu Deniz Yücels Buch „Wir sind ja nicht zum Spaß hier“, aber auch unterhaltsame Kostproben aus Ruhrgebietsgeschichten oder typischen Italo-Krimis).
Der Eintritt zu dieser Lesung ist frei und auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger geöffnet. 

INFORMATIONEN ZUM BUCH:
Die wichtigsten Quellen über die Faszination der Hitler-Bewegung sind 1938 in den USA erschienen, aber bis heute nicht in Deutschland. Theodore Abel (*1896), amerikanischer Soziologe polnischer Herkunft, schreibt 1934 in Abstimmung mit dem NS-Propagandaministerium von Joseph Goebbels ein Preisausschreiben aus, bei dem es 18 Preise zu gewinnen gibt. „Der Zweck des Wettbewerbs ist die Sammlung von Material über die Geschichte des Nationalsozialismus, sodass das amerikanische Publikum sich aus realen, persönlichen Geschichten darüber informieren kann.“
Familiäre Herkunft und der Bildungsweg sollen ebenso geschildert werden wie der Weg zum Nationalsozialismus. Es kommt nicht auf literarische Qualität an, aber es gibt einen klaren Ausschlussgrund: wer lügt, der fliegt. Die Berichte müssen ehrlich und vertrauenswürdig sein. Es kommen 683 zusammen.


In diesem Buch geht es um die große Menge kleiner Nazis. Die Sammlung von Berichten des amerikanischen Professors polnischer Abstammung, Theodore Fred Abel, ist einmalig, sie ist die wertvollste Primärquelle zur Frage, warum Menschen zu Nazis wurden, was zu ihrer Radikalisierung beitrug. Von den im Sommer 1934 geschriebenen ursprünglich 683 Berichten sind 581 erhalten. Es gibt keine vergleichbaren Quellen, die auch nur annähernd an die Fülle des Materials von 3.700 Seiten, den Reichtum an Details, die Freimütigkeit der Darstellung und die Intensität der Lebensbeschreibungen heran kommt. In diesen unmittelbaren Schilderungen findet sich ungefiltertes Gedankengut, nicht durch Scham späterer Erkenntnisse getrübt, durch Holocaust, Krieg und Untergang. Abel wollte wissen, wer diese Menschen sind, wie die Hitler-Bewegung in ihr Bewusstsein trat. Diese Biogramme beantworten erstmals in die Tiefe gehend Beweggründe und Haltung der Nazis.
Dieses Buch versammelt eine alle Bevölkerungsschichten umfassende Auswahl der aussagekräftigsten Berichte. Wiederkehrende Motive der Biogramme sind angeschlagener Nationalstolz; die Angst vor sozialem Abstieg; die Sorge, nicht vorwärts kommen zu können; Hass auf Kommunisten und Wut auf das Großkapital.
Dagegen steht der Glaube an die Volksgemeinschaft und die Hoffnung auf den Führer, den Erlöser. Antisemitismus kommt überraschend wenig vor.
Diese einzigartige Sammlung von unschätzbarem Erkenntniswert ist Grundlage der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker.


Herausgeber: Wieland Giebel
ISBN: 978-3-95723-129-1
Verfügbarkeit: erschienen im September 2018
Umfang: 930 Seiten, Großformat 17 x 24 cm
Preis: 49,95€


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