Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 034 - 18.10.2016

Arbeiten und Leben in Bochum

DGB organisiert Bustour für geflüchtete NeubürgerInnen

kurzer Stopp am Bergbaumuseum

kurzer Stopp am Bergbaumuseum

Zu einer besonderen Fahrt durch Bochum hat der Deutsche Gewerkschaftsbund in Kooperation mit dem Betriebsrat und Geschäftsleitung der BOGESTRA in der vergangenen Woche über 30 Flüchtlinge unterschiedlichen Alters eingeladen. Die Bus-Tour sollte den Neuankömmlingen aus einigen Unterkünften des Bochumer Nordens näher bringen. Das Veranstalterteam, bestehend aus IG BCE Kollegen, der auch in der Flüchtlingsarbeit aktiven Snezana Curuvija und dem ortskundigen Begleiter Martin Budich, versuchte einen Eindruck der neueren geschichtlichen Entwicklungen der Stadt, sowie Aspekte von Arbeit und Freizeit zu vermitteln. Die Übersetzung wurde von jungen Flüchtlingen übernommen, die gerade an einem studienvorbereitenden Deutschkurs an der TFH Georg Agricola teilnehmen und diese Aufgabe bravourös meisterten. Stahlwerk und Zeche Lothringen wurden exemplarisch für die das Ruhrgebiet prägende Montanindustrie gewählt, um damit auch den damaligen Arbeitskräftebedarf zu dokumentieren, der mit vielen Zuwanderern aus Polen gestillt wurde. In der Innenstadt wurden Fotos gezeigt, die die zu 90%ige Zerstörung der Bochumer Innenstadt nach dem 2. Weltkrieg verdeutlicht. Martin Budich: „Gerade die älteren Menschen in Bochum, die das erlebt haben, haben eine sehr konkrete Vorstellung davon, was es heißt vor den Bomben in Syrien oder dem Krieg in anderen Ländern zu fliehen“. Gleichzeitig sollte dieser Blick den Mitfahrenden Zuversicht vermitteln, dass zerstörte Städte, wie die in ihrer verlassenen Heimat, wieder aufgebaut und bewohnbar gemacht werden können. Am ehemaligen Nordbahnhof, an dem Bochumer Juden gesammelt und in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden, stand die Zeit des Faschismus im Fokus der Ausführungen.

Zwischen den vielen markanten Stellen der Stadt gab es einen längeren Aufenthalt auf dem BOGESTRA Betriebsgelände. Zum Stichwort „Integration durch Arbeit“ gab es einen Einblick in die unterschiedlichen und oftmals unbekannten Tätigkeitsbereiche der BOGESTRA. Hier hatte die Besuchergruppe auch die Gelegenheit etwas über die Arbeit des Betriebsrates und der Jugendvertretung zu erfahren. Beim Besuch der Ausbildungswerkstatt deuteten Fragen, wie: „Wie lange dauert denn die Ausbildung zum Industriemechaniker?“ das Interesse der jungen Teilnehmenden an, schnell in unserem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Am Ruhrstadion gab es den Hinweis, dass der Sport in 400 Sportvereinen mit ihren 90.000 Mitgliedern eine großartige Möglichkeit bietet, Kontakte zu knüpfen und Menschen kennen zu lernen. Fiege-Brauerei, Bermuda-Dreieck, der Neubau des Musikzentrums und das Schauspielhaus gaben einen Einblick in die kulinarischen und kulturellen Angebote der Stadt.

Abschließend vermittelte ein kurzer Gang auf dem Gelände der Ruhr-Uni einen Eindruck der riesigen Campus-Uni. Ziemlich geschafft wurde die Gruppe wieder im Bochumer Norden abgesetzt und es bleibt noch auszuwerten, inwieweit die vielen Informationen den gewollten Eindruck verschafft und die jeweiligen Erwartungen erfüllt haben.


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