Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 17.11.2017
Offener Brief an den Iserlohner Kreisanzeiger

Auch Gewerkschaftsmitglieder zählen zu den Abonnenten der Heimatzeitung. Es ist Zeit, das zu berücksichtigen.

Sehr geehrter Herr Reunert! Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Zuge der Sondierungen um die Bildung einer neuen Bundesregierung hat die so genannte  „Jamaika-Koalition“ in Aussicht gestellt, die unter der letzten großen Koalition eingeführte Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren zumindest teilweise wieder abzuschaffen. Nicht nur DGB-Bundesvorsitzender Reiner Hoffmann zeigt sich besorgt, dass das Parteienbündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen weitreichende Einschränkungen von Arbeitnehmerrechten vornehmen wird. Als Vertreter von 33.000 Gewerkschaftsmitgliedern hat auch der DGB im Märkischen Kreis auf die drohenden Einschnitte bei der Rente und die Überlastungen bei der Arbeitszeit hingewiesen – ohne, dass diese Stellungnahme in Ihrer Zeitung je veröffentlicht worden wäre.

Bei dem Stellenwert der aktuellen Diskussion und bei dem berechtigten Interesse von 33.000 Mitgliedern, angehört zu werden - wie kann es da sein, dass der Iserlohner Kreisanzeiger jegliche Mitteilung aus diesem Hause konsequent ignoriert? Nicht zum ersten Mal zeigt sich die Iserlohner Presselandschaft als schwarzes Loch der Berichterstattung. Während im südlichen Märkischen Kreis eine lebhafte Diskussion stattfindet, herrscht in Iserlohn und Hemer das Schweigen im Walde. Tausende abhängig Beschäftigte finden sich in Ihrem Blatt nicht mehr wieder. Unter Journalismus verstehen wir etwas anderes, das hat mir Fairness nichts mehr zu tun!

Als Deutscher Gewerkschaftsbund stehen wir für die Demokratisierung im Betrieb und in der Gesellschaft. Wir fordern Sie auf, Ihren Teil zu einer Demokratisierung der öffentlichen Diskussion beizutragen, indem Sie Sachverhalte wieder umfangreich von allen Seiten beleuchten, wenn die Beschäftigten im Märkischen Kreis betroffen sind. Wir fordern Sie auf, unsere Mitteilungen wieder zu berücksichtigen. Nicht nur, weil journalistische Grundregeln das verlangen – bitte bedenken Sie: auch Gewerkschaftsmitglieder sind Abonnenten Ihrer Zeitung – zumindest heute noch.

 

Stefan Marx                                                          Bernd Schildknecht

Geschäftsführer DGB Region Ruhr-Mark             Vorsitzender DGB Märkischer Kreis

 


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