Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 9 - 31.07.2018

DGB Herne: Mit Tarifbindung und sozialem Arbeitsmarkt Kinderarmut bekämpfen

Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Vergangenes Jahr lebten 30,1 Prozent aller Kinder in Herne in Familien, die Hartz IV beziehen. Dazu erklärt Eric Lobach Vorsitzende des DGB Herne:

„Unter den NRW Städten liegen wir damit auf dem traurigen vierten Platz. Herne hat ganz offensichtlich ein großes Problem mit Kinderarmut. Hier ist dringend politisches Handeln gefordert!“ Zum Vergleich im NRW-Schnitt lebten 18,6 Prozent aller Kinder in Familien, die Hatz IV beziehen. Besonders alarmierend sei die Situation im Ruhrgebiet: In neun Ruhrgebietsstädten lebt mehr als ein Viertel der unter 18-Jährigen in Armut. „Die Landesregierung sollte ihre geplante Ruhrkonferenz nutzen, um an Lösungen für diesen Skandal zu arbeiten“, so Lobach.

Die Hauptursache für Kinderarmut liegt in der Langzeitarbeitslosigkeit der Eltern: In ungefähr drei Viertel der betroffenen Familien ist mindestens ein Elternteil bereits mehr als ein Jahr arbeitslos. „Deshalb ist es zentral, arbeitslosen Eltern einen Arbeitsplatz zu fairen Bedingungen zu bieten. Wir erhoffen uns von dem geplanten sozialen Arbeitsmarkt eine Erleichterung für die betroffenen Familien“, erklärt der DGB-Vorsitzende. „Dafür ist es wichtig, dass das Programm auch bei den Menschen in den Wohnquartieren mit hoher Kinderarmut ansetzt und hier Arbeitsplätze schafft.“

Zudem fordert der DGB, dass bei dem aktuellen Gesetzesentwurf für den sozialen Arbeitsmarkt nachgebessert wird. Ziel müsse es sein, unbefristete, sozialversicherte und tariflich bezahlte Arbeit zu schaffen. Eric Lobach: „Wer Armut bekämpfen will, muss Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Arbeit stoppen. Die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und die Ausweitung der Tarifbindung sind deshalb die wirksamsten Mittel gegen Kinderarmut.“

Mehr Zahlen finden Sie unter https://nrw.dgb.de/-/2LY.

 

 


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